Archiv der Christophorusschule Bonn
LVR-Förderschule, Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung

Home | Kontakt | Impressum
Leitgedanke
Rahmenbedingungen
Unterricht
Therapie & Pflege
Schulleben
Kunst an der Schule
Theater an der Schule
Winterfahrten
Circus Halli Galli
Unesco
Partnerschulen
SV (Schülervertretung)
Förderer & Freunde
Unsere Lernplattform
Online-Schülerzeitung
Unsere Partnerschule UTAIM El May online!
Selbsthilfe Spina Bifida und Hydrocephalus in NRW
zum Flyer
Das Forum für besondere Kinder
Ergotherapie

Der Gleichgewichtssinn oder das vestibuläre System

Rezeptor:
Vestibulum im Innenohr (Sacculus, Utriculus, Bogengänge)
physikalischer Reiz:
Zug der Schwerkraft, lineare Beschleunigung / Verlangsamung, Drehbewegungen, Richtungsänderungen
Funktion:
Aufrichtung gegen die Schwerkraft, Tonusregulation, Gleichgewichtsanpassung, etc.
Diagnostik:
Überprüfung der/des
  • Stellungsintegration
  • Integration der tonischen Nackenreflexe
  • Haltemechanismen
  • Kopfkontrolle
  • Handstützes
  • Augenmuskelkontrolle beim Fixieren und Verfolgen eines Gegenstandes mit den Augen ohne Kopfbewegung
  • Verarbeitung vestibulärer Reize
  • Gleichgewichtsreaktionen in Ruhe und in Fortbewegung
Elemente der Therapie:
vestibuläre Stimulation und Übungen zum Gleichgewicht
systematische Übungen zur Stellungsintegration und Augenmuskelkontrolle
z.B. Rollbrett in Bauchlage, Rampe, Rollen um die eigene Achse, Schaukelbrett, Hängematte, Federschaukel, Strickleiter, balancieren, hüpfen, Roller fahren, Fahrrad fahren

Das tiefensensible System oder das propriozeptive System

Rezeptor:
Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenkkapseln, Muskelspindeln, Sehnenspindeln, Knochenhaut
Physikalischer Reiz:
Vibration, Druck, Zug, Gliederstellung, Gliederbewegung, Muskelkoordination
Funktion:
Körperwahrnehmung, Gelenkstellungen, Tonusqualitäten, etc.
Diagnostik:
Überprüfung des
- Körperschemas durch Erkennen und Benennen von Körperteilen und Nachahmen von Körperstellungen und Fingerstellungen
Beurteilung symmetrischer Bewegungsabläufe
Beobachtung der
- Reaktion bei überkreuzbewegungen mit Armen und Beinen
- Bevorzugung und/oder Dominanz einer Körperseite bei verschiedenen Tätigkeiten
Elemente der Therapie:
Aktive Finger- und Fußübungen
Aufbau der Lokomotion nach den motorischen Entwicklungsprinzipien
1. beidseitig symmetrisch
2. bilateral - gekreuzt lateral
3. unilateral
aktiv:
Holzarbeiten (sägen, schleifen), Ton/Teig kneten, schwere Gegenstände tragen und hochdrücken, ziehen, drücken, schieben schwerer Gegenstände
passiv:
Körper beladen, klatschen, klopfen, klare Informationen, Druckmassage

Der Tast- und Berührungssinn oder das taktile System

Rezeptor:
Haut, Haare, Nägel
Physikalischer Reiz:
leichte Berührung, Temperatur, Schmerz, Druck, Vibration
Funktion:
Oberflächenbeschaffenheit, Konsistenz, Erkennung von Objekten, etc.
Diagnostik:
  • Überprüfung der taktilen Sensibilität, Diskrimination und Lokalisation durch Punkte - Lokalisation, Formerkennung und Zuordnung ohne visuelle Kontrolle
  • Überprüfung der kinästetischen Wahrnehmung durch Beobachtung des Bewegungsverhaltens mit geschlossenen Augen oder differenzierter Einzelbewegungen, z. B. der Finger- und Fußgeschicklichkeit
  • Beobachtung des Muskeltonus bei verschiedenen Tätigkeiten
Elemente der Therapie:
Taktil - kinästetische Stimulation - Übungen zur taktilen Wahrnehmung
Kinästetische Stimulation - Übungen zur kinästetischen Wahrnehmung
aktiv:
Tastspiele, Krabbelsack, wühlen in verschiedenen Materialien, bürsten, massieren, vibrieren, Fortbewegung auf verschiedenen Unterlagen, rutschen im Schaum
passiv:
rollen, reiben, baden (in verschiedenen Materialien), eincremen, leichte Massage

Bedeutung des Spiels in der Therapie

  • Voraussetzung: Freiwilligkeit / Freude / Lust
  • Auseinandersetzung mit sich selbst und der Umwelt
  • Aktivität
  • Phantasie / Kreativität
  • Konzentration (Spannung)
  • Neugier / Forschen / Experimentieren
  • Verarbeiten von Erlebnissen
  • Ausdrucksmöglichkeit des Kindes / Emotion
  • Gestalten
  • Ausdauer
  • Entspannung
  • Kontaktmöglichkeit ( Ich bezogen Personenbezogen Umweltbezogen )
  • selbstständiges Handeln
  • motorische Planung und Ausführung
  • Erfahrung in Fein- und Grobmotorik
  • Imitation
  • Erfahrung
  • Selbstwertbildung

Spiel ist die Voraussetzung für alles Lernen und die Grundlage für praktische und kognitive Fähigkeiten. Im Spiel können alle integrativen sensomotorisch-perceptiven Bereiche angesprochen werden:
a. Bewegungsspiel beinhaltet:
- motorische Erfahrung
- motorische Planung
- Koordination, Kraftdosierung
- Körper- und Raumwahrnehmung
- Einschätzen von Gefahren
- visuelle Kontrolle
- vestibuläre Reize: Lageveränderungen, Drehbewegungen, Schaukeln, Rollbrett
- taktile Reize: durch Berühren von unterschiedlichen Materialien, Tastspiele
- propriozeptive Reize: durch Kneten, Drücken, Ziehen, Schieben, Hochdrücken, Klatschen, Gewichtspüren
b. Gestaltungsspiel beinhaltet:
- Praxis: Handlungsplanung, motorische Geschicklichkeit, feinmotorische Fähigkeit
- Kreativität, Motivation, Phantasie- und Variationsfähigkeit
- Freude beim Entdecken und Experimentieren
- Fähigkeit, Vergleichen und Speichern zu können,
Wiederholung
mit Variationsmöglichkeiten, Kognition
c. Rollenspiel beinhaltet:
- Speicherung von Bekanntem
- Nachahmungsfähigkeit mit Variationsmöglichkeiten und Phantasie
- emotionale Äußerung
- Imitation in Sprache, Gestik, Mimik und Bewegung
- Stimmvariationen
- Abbau psychischer Drucksituationen: z. B. Wut, Frustration, Kummer, auch hier sind alle Wahrnehmungsbereiche angesprochen
d. Regelspiel schult und unterstützt kognitive Fähigkeiten:
- Aufgabenverständnis
- Erfassen von seriellen Zusammenhängen, Reihenfolgen, zeitliche Folgen, Handlungsschritte (Start - Ziel)
- Entwickeln von Strategien, Erkennen, Vergleichen, Variieren von Lösungsmöglichkeiten: Planung è Ausführung è Ergebnis
- Konzentration, Aufmerksamkeit, Ausdauer
- Speicherung und Übertragungsfähigkeit auf andere Situationen
- psychische Faktoren:
Erfolgserlebnisse, Zufriedenheit, Ehrgeiz, Frustrationstoleranz

Selbstständigkeit und Lebenspraktisches Training

Selbstversorgung in Bezug auf:
  • Toilettengang / Hygiene
  • Essen und Trinken
  • An- und Ausziehen
  • auf die Gesundheit achten / Selbstschutz
  • Bedürfnisse äußern / Hilfe anfordern
  • Zur eigenen Sicherheit beitragen
  • Eigeninitiative, Eigenverantwortlichkeit
  • Gefährdung anschätzen können und sich entsprechend verhalten
  • auf Verbote und Aufforderungen achten
  • Ordnungen erkennen, Aufräumen
  • Abfolge praktischer Tätigkeiten zielgerichtet durchführen
  • folgerichtige Organisation des Tagesablaufs Beispiel: Busfahrt 11°°Uhr, Aufstehen, Frühstück etc.
  • Orientierung in fremder Umgebung und sich zu helfen wissen
  • Mitteilungen weitergeben können
  • Umgang mit Geld
  • Einkaufen gehen
  • Behördengänge, Sparbuch eröffnen, Personalausweis beantragen
  • Haushaltsführung (Kochen, Waschen, Putzen)
  • Umgang mit individuellen Hilfsmitteln und Geräten

Handlungsplanung und -ausführung

  • Erkennen und Einhalten verschiedener Richtungen der Fo rtbewegung im Raum, beim Nachlegen oder Nachzeichnen von Formen
  • Wahrnehmung und Verarbeitung von zwei gleichzeitigen Reizen, Durchführung von zwei gleichzeitigen Bewegungsmustern
  • Rhythmische Durchführung von Bewegungsmustern, Erkennen und wiedergeben eines Rhythmus
  • Erkennen von Reihenfolgen, Reproduzieren von Bewegungsfolgen
  • Bewegungshandlungen beschreiben, Planen und Ausführen zielgerichteter Handlungen
Auge - Hand- und Auge - Fuß - Koordinationsangebote (Raumwahrnehmung, Reihenfolge, Rhythmus)
Angebote, die Bewegungsmuster kombinieren, Aufgaben und Spiele mit konstruktiven Aufgabenlösungen, Kooperationsspiele, Regelspiele, Spiele ohne Sieger (Sozialerfahrung), Pantomime, einfache Tänze (Emotionalität, Ausdruck)




Unterstützen Sie unseren deutsch tunesischen Schüleraustausch 2010/2011?

hier bitte klicken


Projektinfos finden Sie hier oder bei Spendenportal


Zukunft Fördern

hier bitte klicken