Archiv der Christophorusschule Bonn
LVR-Förderschule, Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung

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GL-Stufe
In 2 Klassen werden Schülerinnen und Schüler mit schwersten Beeinträchrigungen unterrichtet.
Der Name GL steht für: Gemeinsam leben und lernen.
1. schwerstbehinderte Schüler
sind Schüler mit
a)schwerster geistiger Behinderung
b)schwerer Mehrfachbehinderung (komplexes Syndrom)

"Als schwerstbehindert gelten Schüler und Schülerinnen, deren Behinderung auf der Grundlage einer geistigen Behinderung, einer Körperbehinderung oder einer Erziehungsschwierigkeit erheblich über die üblichen Erscheinungsformen hinausgeht oder bei denen zwei oder mehr der Behinderungen Blindheit, Gehörlosigkeit, anhaltend hochgradige Erziehungsschwierigkeiten, geistige Behinderung und hochgradige Körperbehinderung vorliegen."
(Zitat aus: Richtlinien und Hinweise für den Unterricht – Förderung schwerstbehinderter Schüler – Schriftenreihe des Kultusministeriums )

Schwerstbehinderung ist gekennzeichnet durch besonderes Lernverhalten, durch Entwicklungsabweichungen im motorischen, sensorischen, emotional-sozialen Bereich und geht häufig einher mit Krankheitszuständen unterschiedlicher Art.
2. Räumliche Bedingungen
Die Klassenräume sind hell, gut belüftbar, mit Fußbodenheizung ausgestattet und groß genug, um klare Gliederung in verschiedene Funktionsbereiche vorzunehmen.
Neben einem separaten Eßplatz verfügen fast alle Klassen über eine Küchenzeile.
Eine Ruhezone bietet Platz für die Lagerung der Schüler, für Körperpflege und Körperarbeit. Über der Ruhezone befindet sich eine spezielle Konstruktion, die eine Gestaltung der Zimmerdecke erlaubt. So ist es möglich, den Schülern auch wenn sie liegen, abwechslungsreiche optische Reize zu bieten.
Ein weiterer Bereich kann für Gruppenarbeit und Bewegungsaktivität genutzt werden.
Alle Klassen haben direkten Zugang zum Außenbereich mit der Grünanlage und zu den Naßräumen.
Innerhalb dieser Rahmenbedingungen obliegt es jeweils dem Team der Klasse, für die Schüler eine ansprechende Atmosphäre zu gestalten. Durch entsprechende Anordnung des Mobiliars und der für den Unterricht benötigten Gegenstände, lassen sich Strukturen schaffen, die den Bedürfnissen der Schüler angemessen sind. Darüber hinaus beeinflussen die in der Klasse vorherrschenden Farben die Atmosphäre des Raumes entscheidend.
Außer den Klassenräumen stehen den Schwerstbehinderten zu bestimmten Zeiten ein Snoezzelen-Raum und die Sporthalle zur Verfügung. In der Sporthalle sind großräumige Aufbauten für die Sensorische Integration möglich.
3. Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Schüler der Stufe werden von unterschiedlichen Fachkräften betreut. Sonderpädagogen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sprachtherapeuten und Krankenschwestern arbeiten mit den Schülern.
Zur Vorbereitung und während der pädagogischen Angebote benötigen und erhalten die Schüler individuelle Unterstützung. Unter anderem durch Hilfsmittel, besondere Lagerung, bestimmte Führungshilfen, Körperhygiene und erleichternde Maßnahmen bei gesundheitlichen und psychisch bedingten Problemen.
Ebenso werden bei den Mahlzeiten vielfältige, individuelle Hilfen geboten. Gemeint sind optimale Sitzposition, orofaciale Regulation vor und während des Essens, angemessenes Geschirr und Besteck, sowie die entsprechende Vorbereitung der Nahrung (zum Beispiel Pürieren der Kost).
Adäquate Hilfen werden auch für die Pausen und die nötige Vorbereitung für den Weg nach Hause gegeben.
Um für jeden Schüler die jeweils optimale Unterstützungsmöglichkeit herauszufinden, stehen die verschiedenen Fachkräfte in ständigem Austausch und arbeiten eng zusammen. Denn erst aus der Summe des fachspezifischen Wissens und der fachspezifischen Beobachtung des Schülers, lassen sich die jeweils entsprechenden Maßnahmen herausfinden und koordinieren.
Darüber hinaus ist der Austausch mit den Eltern, bzw. den Betreuern in den Heimen ein wichtiger Aspekt ,um den Schülern weitgehend gerecht zu werden.
4. Pädagogische Arbeit in Klassen mit Schwerstbehinderten
Pädagogisches Handeln wird wesentlich bestimmt von der Einschätzung der eigenen Rolle als Lehrer/Pädagoge und der Betrachtungsweise in Hinblick auf die Person des Schülers.
Grundvoraussetzung für die pädagogische Arbeit in Klassen mit schwerstbehinderten Schülern ist: die Wertschätzung des Schülers als Persönlichkeit, die über eine eigene Entwicklungskompetenz verfügt.
Aufgabe des Pädagogen ist es, im ständigen Kommunikations- und Interaktionsprozeß mit dem Schüler, dessen jeweilige Entwicklungsimpulse aufzuspüren und passende Möglichkeiten der Entwicklungsunterstützung zu finden. Dabei sind genaue Beobachtung, Empathie und Intuition von Bedeutung.
Unterrichtsziele, wie die Förderung von Bewegungsentwicklung, Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Erlebnisfähigkeit, werden dann verfolgt, wenn sie dem Schüler angemessen sind. Das heißt, wenn sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Entwicklungstendenz des Schülers entsprechen. Nicht, weil der Schüler in den jeweiligen Bereichen Defizite aufweist.
Auf diesem Hintergrund sind die in dieser Tabelle genannten Unterrichtsziele zu verstehen.




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